Deutsche Prospects 2027
So viele deutsche Spieler wie nie stehen in den Rostern der NCAA Division 1. Diese Kategorie bündelt die deutschen Talente mit dem realistischsten Kurs auf den NFL Draft 2027 – mit Herkunft, Position, College und individuellem deutschen Scouting-Profil. Sie laufen außerhalb des Consensus-Big-Boards, weil sie (noch) nicht auf den großen US-Rankings geführt werden. Es gilt derselbe Qualitätsstandard wie im übrigen Board: aufgenommen wird nur, wer mit mindestens zwei unabhängigen Quellen belegt und für 2027 draft-berechtigt ist.
Hero Kanu
DT · Texas
Kaum eine Geschichte im College-Football klingt so unwahrscheinlich wie die von Hero Kanu. Der gebürtige Geltendorfer stand in Bayern als Fußball-Torwart im Tor, ehe er 2020 nach Kalifornien zog und dort zum ersten Mal Football spielte. Heute ist er ein 6'4" großer, 321 Pfund schwerer Defensive Tackle, der nach drei Jahren und einem National Championship in Ohio State zu Texas wechselte und dort seine letzte College-Saison bestreitet. Auf dem Feld verbindet er für seine Masse eine seltene Beweglichkeit mit der Kraft, Doppelteams zu behaupten und die Pocket über die Mitte zu stauchen. Ein NFL-Scout brachte es zuletzt auf den Punkt: Legt er so weiter zu wie zum Ende der Saison 2025, hört er 2027 seinen Namen früh. Die Aufgabe für 2026 heißt Konstanz über eine ganze Saison und mehr Produktion als Pass-Rusher. Gelingt das, ist er der höchstgedraftete deutsche Defensivspieler seit Langem.
Alexander Honig
TE · Northwestern
Alexander Honig ist der wohl bekannteste deutsche Tight-End-Prospect seiner Generation. In Deutschland galt er als eines der größten Talente überhaupt und reifte bei den Schwäbisch Hall Unicorns, ehe er den Sprung ins US-College schaffte. Bei 6'6" und 275 Pfund ist er zunächst ein Blocker im besten Sinne: eine bewegliche Wand, die als In-Line-TE und faktisch sechster Offensive Liner das Laufspiel öffnet. In drei Jahren an UConn baute er sein Receiving-Spiel aus und setzte 2025 mit 13 Fängen für 162 Yards und drei Touchdowns bei sieben Starts persönliche Bestwerte. Für sein letztes Jahr wechselte er als Graduate zu Northwestern, um in der Big Ten noch einmal Produktion und Draft-Aktie zu steigern. Sein NFL-Weg führt über das Blocken und die Special Teams, das Receiving ist die Kür. Als riesiger, erfahrener Blocker mit deutschem Ausrufezeichen ist er ein realistischer Day-3- oder Priority-UDFA-Kandidat.
Justin Okoronkwo
LB · South Carolina
Justin Okoronkwo hat in kurzer Zeit einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Der gebürtige Münchner unterschrieb zunächst bei Alabama, wo er als Freshman in allen 13 Spielen vor allem auf Special Teams und als Defensiv-Reserve zum Einsatz kam. Nach dem Wechsel zu South Carolina schaffte er den Durchbruch: In der Saison 2025 stand er achtmal in der Startelf und verbuchte 64 Tackles sowie vier Tackles for Loss. Für 2026 kehrt er als etablierter Starter zurück und will seine Rolle im SEC-Team weiter ausbauen. Sein Profil ist das eines fleißigen, physischen Off-Ball-Linebackers, dessen NFL-Wert stark von den Special Teams und der Konstanz in der Coverage abhängt. Als deutscher SEC-Starter ist er ein realistischer Day-3- oder Priority-UDFA-Name mit Entwicklungspotenzial.
Linus Zunk
EDGE · Washington State
Linus Zunk gehört zu den erfahrensten deutschen Edge-Spielern im College-Football. Der gebürtige Berliner war zuletzt Teil des Vanderbilt-Aufschwungs, entschied sich aber mit einem verbleibenden Jahr Eligibility für einen Wechsel nach Washington State, um vom Rotationsspieler zum Starter zu werden. Mit 6'6" und 270 Pfund bringt er die Länge mit, die NFL-Teams an der Kante suchen; 2025 kam er in allen 13 Spielen auf 3,5 Tackles for Loss und drei Sacks. Als Redshirt-Senior geht es für ihn 2026 darum, mit größerer Rolle auch die Produktion nach oben zu schrauben. Sein Pfund ist die Rahmengröße, die Fragezeichen sind Explosivität und ein zweiter Pass-Rush-Move gegen NFL-Athletik. Als langer, erfahrener Edge ist er ein Day-3- oder Priority-UDFA-Typ, dessen Maße ihm einen Camp-Platz sichern können.
Max Stege
EDGE · Boise State
Max Steges Weg führte vom Fußball und Boxen in Köln bis in die Startaufstellung eines College-Football-Playoff-Teams. Bei Boise State hat sich der Edge-Rusher über die Jahre eine feste Rolle erarbeitet: In der Vorsaison stand er in allen Spielen in der Startelf, kam auf über 600 Snaps und landete mit seinen Pressures teamintern unter den Top vier. Sein Spiel lebt von einem konstanten Motor und der Erfahrung aus einem Programm, das zuletzt bis in die Playoffs kam; die Vorschusslorbeeren als Preseason-All-Conference-Pick unterstreichen seinen Status. Für die NFL muss er beweisen, dass First Step und Pass-Rush-Repertoire gegen das nächsthöhere Athletik-Niveau reichen. Als erfahrener, produktiver Senior ist er ein realistischer Day-3- oder Priority-UDFA-Kandidat mit klar definierter Rolle. Für einen deutschen Edge-Spieler ist der Sprung, den er bereits gemacht hat, bemerkenswert.
Herkunftsangaben und Draft-Aussichten basieren auf öffentlichen College- und Scouting-Quellen (Stand: 2026-07-24). Die Kategorie wächst mit – belegte deutsche D1-Prospects werden laufend ergänzt.